Attraktiv für ausländische Studenten?

Der Landtagsabgeordnete Gordon Schnieder (CDU) fragte die Landesregierung, ob Rheinland-Pfalz ein weltoffener Standort für Studierende ist


Am 31. Mai stellte Staatsminister Dr. Wissing (FDP) heraus, Rheinland-Pfalz sei ein weltoffener Standort. Der Landtagsabgeordnete Gordon Schnieder (CDU) fragte daraufhin die Landesregierung, wie attraktiv unser Land für ausländische Studenten ist. Professor Konrad Wolf, der im Kabinett für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur zuständig ist, legte die Zahlen und Fakten vor. In den Jahren zwischen 2007 und 2014 blieb demnach die Zahl der ausländischen Studenten an rheinland-pfälzischen Universitäten und Fachhochschulen nahezu unverändert bei knapp über 12.000. Danach stieg sie auf 12.744 und im Jahr 2016 auf 13.210 an. Schnieder fragte auch, mit welchen Förderprogrammen Rheinland-Pfalz versucht, die Attraktivität seiner Hochschulen für ausländische Studierende zu steigern. Professor Wolf beschrieb unterschiedliche Maßnahmen für ausländische Studenten. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), ein im Jahr 1925 gegründeter Verein, der von den deutschen Hochschulen getragen wird, unterstützt Akademiker im In- und Ausland. Besonders hob er hervor, dass die TU Kaiserslautern im Rahmen des DAAD Deutschlandstipendien anbietet. Die Universität Koblenz-Landau unterstützt zwei ausländische Studenten mit Stipendien, „die die Finanzierung des Studiums im ersten Semester unterstützen können.“ Die Johannes Gutenberg Universität in Mainz bietet ebenso Stipendien an und unterhält ein Betreuungsprogramm. Die TH Bingen legte „INTEGRA“ auf, ein Programm, das sich die Integration studierfähiger Flüchtlinge auf die Fahne geschrieben hat. Des Weiteren können dort „leistungsstarke und sozial engagierte Studierende ausländischer Herkunft“ im Rahmen eines DAAD-Programms gefördert werden. Darüber hinaus verwies er auf das ERASMUS-Programm der Europäischen Kommission, das diesen Personenkreis durch unterschiedliche Maßnahmen unterstützt. Mit öffentlichen Mitteln des Landes wird seit Mai 1989 eine Partnerschaft mit der chinesischen Provinz Fujan gefördert. Die in der Stadt Fuzhou angesiedelte Akademie hat den Auftrag, den Wissenschaftsaustausch und Städtepartnerschaften zu unterstützen und die Zusammenarbeit im öffentlichen Bildungsbereich zu fördern. Besondere Beziehungen unterhält Rheinland-Pfalz zu seinem Partnerland Ruanda. Es wurde unter anderem vereinbart, dass bis zu zehn Studierende aus dem ost-afrikanischen Land an den rheinland-pfälzischen Fachhochschulen unterrichtet werden. Die TU Kaiserslautern soll jährlich bis zu zwölf ruandische Studierende aufnehmen und mit der Universität Mainz wurde der Austausch von Lehrpersonal und Studierenden vereinbart. Kooperationsabkommen bestehen zwischen der Universität Koblenz-Landau und der „University of Rwanda“. Dies führte dazu, dass ab dem Jahr 2018 acht Master-Studierende und zwei Doktoranden aus Ruanda dort studieren und forschen werden. Die Koordination der Betreuung der ruandischen Studenten hat seit Jahren die TH Bingen übernommen.

Gordon Schnieder begrüßt die Kooperation mit Ruanda, sieht jedoch darüber hinaus weiteren Handlungsbedarf: „Durch jedes Studium entsteht ein festes Beziehungsgeflecht, das auch dann noch trägt, wenn die Studierenden wieder in ihre Heimat zurückgekehrt sind. Die guten Erinnerungen aus der Studienzeit wirken sich positiv auf spätere Entscheidungen dieser Führungskräfte aus. Die Bedeutung dieses Zusammenhanges sollte in einer globalisierten Welt nicht unterschätzt werden. Auch daher wäre es wünschenswert, die Kooperation mit Studierenden aus dem Ausland zu intensivieren.“